Ermittlungen nach Brandkatastrophe in Crans-Montana ausgeweitet

10.03.2026


Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat die strafrechtlichen Ermittlungen zum verheerenden Bar-Brand in Crans-Montana ausgeweitet. Am 5. März 2026 wurden fünf weitere Personen unter Untersuchung gestellt, wodurch sich die Gesamtzahl der Beschuldigten auf neun erhöht. Unter den neu hinzugekommenen Verdächtigen befindet sich der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, der seit 2017 im Amt ist und zuletzt im November 2024 wiedergewählt wurde.

Neben Féraud werden ein ehemaliger Gemeinderat, der für öffentliche Sicherheit zuständig war, ein früherer Brandschutz-Verantwortlicher und dessen Stellvertreter sowie ein Mitglied des aktuellen Teams für öffentliche Sicherheit ermittelt. Ihnen werden, ebenso wie den bereits zuvor Beschuldigten, fahrlässige Brandstiftung, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt. Die französischen Eigentümer der Bar Le Constellation, der aktuelle Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde und sein Vorgänger gehören ebenfalls zu den neun Beschuldigten.

Der Brand brach in der Neujahrsnacht in der Bar Le Constellation im Zentrum des Schweizer Skiorts aus und forderte 41 Todesopfer. 115 weitere Personen wurden verletzt, viele davon mit schwersten Verbrennungen, die teilweise noch immer im Krankenhaus behandelt werden. Ermittler gehen davon aus, dass Feuerwerksfontänen, die an Flaschen befestigt und zu nahe an die mit Schaum verkleidete Decke gehalten wurden, die Katastrophe auslösten.

Die Staatsanwaltschaft ist damit beauftragt, die genauen Umstände des Brandes aufzuklären und zu prüfen, ob Sicherheitsvorschriften von den Bareigentümern und den Gemeindeverantwortlichen eingehalten wurden. Die Gemeinde hat eingeräumt, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen in der Bar durchgeführt wurden, obwohl diese jährlich vorgeschrieben sind. Die Beschuldigten sollen im April vernommen werden, wobei für Nicolas Féraud der 13. April als Vernehmungstermin festgelegt wurde.

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Mehr als drei Millionen Menschen im Iran auf der Flucht

13.03.2026


Seit Beginn der Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als drei Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Betroffen seien zwischen 600.000 und einer Million Haushalte, teilte die Behörde am Donnerstag in Genf mit. Je nach Haushaltsgröße entspreche das bis zu 3,2 Millionen Menschen, deren bisheriger Wohnort infolge der Kampfhandlungen nicht mehr sicher oder bewohnbar ist.

Die UNHCR-Notfallabteilung rechnet damit, dass die Zahl der Binnenvertriebenen weiter steigen wird. Angesichts der anhaltenden Angriffe sprach der Leiter der Abteilung, Ayaki Ito, von einer „besorgniserregenden Eskalation“ der humanitären Lage im Iran. Die Organisation betont die Notwendigkeit, Zivilisten zu schützen, humanitären Zugang aufrechtzuerhalten und Grenzen für Menschen, die Sicherheit suchen, gemäß internationalen Verpflichtungen offen zu halten.

Der Iran beherbergt seit Jahren große Flüchtlingspopulationen aus Nachbarstaaten, insbesondere aus Afghanistan. Nach UNHCR-Angaben werden diese Menschen nun zusätzlich von den aktuellen Kampfhandlungen erfasst. Viele dieser Familien verfügten über nur sehr begrenzte Unterstützungsnetzwerke und befänden sich daher in einer besonders verwundbaren Lage, warnte Ito.

Die USA und Israel hatten den Angaben zufolge am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Tag der Angriffe wurden der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei beziehungsweise Ayatollah Ali Chamenei, sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in Israel, mehreren Golfstaaten und auf US-Einrichtungen in der Golfregion. Humanitäre Organisationen richten ihren Fokus nun verstärkt auf die Versorgung der Vertriebenen und drängen auf Maßnahmen zur Begrenzung der zivilen Folgen der anhaltenden Kampfhandlungen.