
Implenia hat in Deutschland einen Grossauftrag an Land gezogen: Der Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister errichtet als Generalunternehmer das neue Polizeipräsidium in Münster. Das Auftragsvolumen liegt den Angaben zufolge bei mehr als 200 Millionen Euro. Auftraggeber ist die Projektgesellschaft PPMS Immobilien GmbH & Co. KG, die den Zuschlag im Anschluss an eine zuvor gemeinsam durchgeführte Pre-Construction-Phase erteilte.
Der Neubau in Münster, Nordrhein-Westfalen, ist als schlüsselfertiges Projekt ausgelegt und folgt der Konzernstrategie, sich auf grosse, komplexe und spezialisierte Immobilienvorhaben zu konzentrieren. Nachdem Implenia die Baugrube bereits vorab erstellt hat, soll der Hochbau im Sommer dieses Jahres starten. Die Fertigstellung des Gebäudes ist derzeit bis voraussichtlich Oktober 2029 geplant.
Mit dem Projekt reagiert das Land auf den dringenden Bedarf der Polizei Münster nach zusätzlichen Flächen und einer modernen Infrastruktur. Das neue Präsidium soll kurze Wege und New-Work-Konzepte ermöglichen. Die CM Immobilien Entwicklung GmbH in Münster hat für die Projektgesellschaft einen Mietvertrag mit der Polizei abgeschlossen und bereitet damit die spätere Nutzung des Gebäudes durch mehr als 1.400 Mitarbeitende vor.
Geplant ist ein drei- bis sechsgeschossiges Funktions- und Verwaltungsgebäude, das nahezu alle bisherigen Dienststellen der Polizei Münster unter einem Dach zusammenführt. Der Komplex soll Büro- und Laborarbeitsplätze, eine Wache, eine Kantine, Ausbildungs- und Trainingsbereiche, Gewahrsamsräume sowie eine Tiefgarage umfassen. Implenia übernimmt dabei unter anderem eine durchgängige BIM-Planung des Gebäudes und setzt nach Unternehmensangaben bereits ab der Angebotsphase auf Lean-Management-Methoden, um die Realisierung des langfristig angelegten Projekts zu steuern.

Der frühere SP-Nationalrat und langjährige Preisüberwacher Rudolf Strahm geht mit seiner Partei in der Migrationspolitik ungewohnt scharf ins Gericht. Ausgelöst wird die jüngste Auseinandersetzung durch die sogenannte 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP, über die im Juni abgestimmt wird. Strahm teilt zwar die offizielle Ablehnung der Vorlage durch die SP, kritisiert jedoch den Umgang damit als planlos und taktisch ungeschickt. Die Partei habe «kein Konzept», wie sie der Initiative begegnen solle, und beschränke sich auf ein «blankes Nein», sagte er in mehreren Interviews.
Besonders stört Strahm, dass die Sozialdemokraten ihre Ablehnung nicht an konkrete Bedingungen geknüpft haben. Aus seiner Sicht hätte die SP die Gelegenheit nutzen müssen, um Massnahmen gegen Wohnungsnot, zur besseren beruflichen Integration von Migranten oder zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege durchzusetzen. Stattdessen verlaufe der Abstimmungskampf mit «populistischer Rhetorik» und «rhetorischen Tiefflügen», ohne dass tragfähige Lösungen präsentiert würden. Damit politisiere die Partei «am Volk vorbei» und ignoriere die Sorgen weiter Teile der Bevölkerung, auch weit ins linke Lager hinein, die sich wegen der hohen Zuwanderung mindestens besorgt zeigten.
Strahm verknüpft seine Kritik eng mit den sozialen Folgen der starken Zuwanderung. Die hohen Nettozuzüge überforderten die Gesellschaft und verschärften Probleme auf dem Wohnungsmarkt sowie bei den Lebenshaltungskosten. Nach seiner Analyse haben insbesondere die unteren 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren an Kaufkraft verloren, weil Mieten, Krankenkassenprämien und Verkehrskosten deutlich stärker gestiegen seien als die allgemeine Teuerung. Dies hänge «auch mit der Zuwanderung zusammen». Wer Wachstum nur über das Bruttoinlandprodukt messe, betreibe «Vulgärökonomie», so Strahm; entscheidend sei das Wachstum pro Kopf und dessen Verteilung.
Die SP, einst klar als Partei der Arbeiterschaft positioniert, verfehle es laut Strahm, diese sozialen Spannungen offen zu thematisieren. Sie schweige zu den Ängsten und verdränge die Auswirkungen der Zuwanderung auf Wohnen, Löhne und Alltagskosten. Damit überlasse sie die entsprechenden Fragen der SVP. Strahm geht so weit zu sagen, heute sei nicht mehr die SP, sondern die SVP die Partei der Arbeiter – nicht, weil diese besonders viel für die unteren Einkommensschichten tue, sondern weil sie ihnen eine Identität anbiete. Die jüngste Kritik fügt sich ein in eine längere Reihe von Differenzen zwischen Strahm und der Parteilinie in europäischer Integrations- und Migrationspolitik, die ihn seit den 1990er-Jahren zu einem der profiliertesten internen Widersacher der offiziellen SP-Positionen auf diesem Feld gemacht haben.