Strategische Kontinuität: Zattoo ernennt Tina Rodriguez zur CEO ad interim

12.03.2026


Der Verwaltungsrat des Schweizer TV-Streaming-Anbieters Zattoo hat Tina Rodriguez per 1. April 2026 zur CEO ad interim ernannt. Sie folgt auf Roger Elsener, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, um die Position des Direktors des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zu übernehmen. Mit dieser Ernennung aus den eigenen Reihen stellt Zattoo sicher, dass die eingeschlagene Unternehmensstrategie konsequent weitergeführt wird.

Roger Elsener war seit Oktober 2024 CEO von Zattoo und setzte in dieser Zeit wichtige strategische Impulse. Unter seiner Leitung stärkte das Unternehmen seine Marktposition durch neue Partnerschaften und Wachstumsinitiativen. Dazu zählen Kooperationen im Ad Sales mit HBO Max und Paramount+, neue Plattformpartner wie Digitec Galaxus, Waoo, Kabelnoord und WWZ sowie die Integration der Mediatheken von ARD und ZDF. Elsener dankte dem Verwaltungsrat und den Kollegen für das entgegengebrachte Vertrauen und verwies auf die einmalige berufliche Chance beim SRF.

Bei SRF folgt der 47-jährige Elsener ab 1. Mai 2026 auf Nathalie Wappler, die im September 2025 ihren Rücktritt angekündigt hatte. Der Verwaltungsrat der SRG wählte Elsener einstimmig auf Vorschlag des Regionalvorstands SRG Deutschschweiz. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille bezeichnete Elsener als erfahrenen Medienmanager und Digitalexperten, der den digitalen Wandel von SRF konsequent fortsetzen werde.

Mit Tina Rodriguez übernimmt eine erfahrene internationale Managerin die operative Führung bei Zattoo. Sie ist seit Januar 2026 als Chief Consumer Officer bei Zattoo tätig und verantwortet das Direct-to-Consumer-Geschäft sowie Corporate Communications. Zuvor war sie in leitenden Funktionen bei Liberty Global, Sunrise, UPC Schweiz, Unity Media und weiteren Unternehmen tätig. Rodriguez betonte, dass Kundenzufriedenheit, Partnerschaften und die Mitarbeitenden zentrale Grundlagen für den zukünftigen Erfolg von Zattoo sind. Der Verwaltungsrat würdigte die Arbeit des scheidenden CEO und setzt gleichzeitig auf Kontinuität durch die interne Nachfolge.

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Nach Konsultationsverfahren: Bichsel fokussiert auf Home-Care-Dienstleistungen

13.03.2026


Die Galenica-Tochtergesellschaft Bichsel stellt ihre defizitäre pharmazeutische Produktion bis Ende 2026 ein und richtet ihr Geschäft künftig auf Home-Care-Dienstleistungen aus. Nach Abschluss des gesetzlich vorgesehenen Konsultationsverfahrens mit der Mitarbeitendenvertretung bestätigte der Verwaltungsrat, dass ein wirtschaftlich tragfähiger Weiterbetrieb der Produktionssparte nicht möglich sei. Trotz kontinuierlicher Investitionen liessen sich die bestehenden Anlagen und Gebäude laut Unternehmen nicht mehr aufrechterhalten.

Im Zuge der Neuausrichtung reduziert Bichsel seinen Stellenabbau leicht: Statt der ursprünglich angekündigten 170 Stellen sollen nun 152 Arbeitsplätze wegfallen. In den kommenden Wochen wird geprüft, wie viele der betroffenen Mitarbeitenden innerhalb des Galenica-Netzwerks weiterbeschäftigt werden können. Die Mitarbeitenden sollen in den nächsten Tagen individuell über ihre persönliche Situation informiert werden.

Für die von der Schliessung betroffenen Beschäftigten hat das Unternehmen einen ausgebauten Sozialplan aufgelegt. Dieser berücksichtigt Faktoren wie Alter und Dienstjahre und enthält eine Härtefallregelung. Zudem unterstützt Bichsel die Mitarbeitenden bei der beruflichen Neuorientierung. Nach Unternehmensangaben sind die konstruktiven Vorschläge der Mitarbeitendenvertretung in die Ausgestaltung des Sozialplans eingeflossen und haben dessen Gestaltung massgeblich geprägt.

Auf der Kundenseite will Bichsel die Versorgungssicherheit im Übergang gewährleisten. Das Unternehmen plant, die Belieferung mit den wichtigsten Produkten bis Ende 2026 sicherzustellen, während parallel der Fokus auf den Ausbau der Home-Care-Dienstleistungen gelegt wird. Damit reagiert die Galenica-Gruppe auf die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen in der Produktion und setzt verstärkt auf Bereiche, in denen sie mittel- bis langfristig grössere Chancen sieht.