
Am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf läuft ein Experiment, das die Grundlagenforschung grundlegend verändern könnte: Erstmals sollen Antimaterie-Teilchen per Lkw über mehrere Kilometer transportiert werden. Rund 100 bis 1000 Antiprotonen werden dazu in einer speziellen Vorrichtung aus dem Labor gefahren und auf eine etwa halbstündige Testfahrt geschickt, die sich über rund fünf Kilometer ausschließlich über das Cern-Gelände erstreckt. Die Physiker Stefan Ulmer und Christian Smorra von der Universität Düsseldorf sprechen von „absolutem Neuland“ und betonen, dass „nie zuvor etwas Ähnliches bewerkstelligt“ worden sei.
Die Fracht gilt als extrem empfindlich: Antimaterie wird in Form von Antiprotonen in einem Vakuum gehalten und von supergekühlten Magneten stabilisiert. Gerät sie in Kontakt mit normaler Materie, wird sie in einem kurzen Energieschub ausgelöscht. Untergebracht sind die Teilchen in einer rund 1.000 Kilogramm schweren „transportablen Antiprotonen-Falle“, einer Box, die kompakt genug ist, um durch normale Labortüren zu passen und auf einen Lkw verladen zu werden. Jeder Stoß auf der Straße, den das System nicht ausgleicht, könnte das Experiment scheitern lassen.
Gelingt der Versuch, wollen Forscher mittelfristig Antiprotonen vom Cern aus zu anderen Laboren transportieren, zunächst etwa an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, aber auch nach Hannover und Heidelberg. Bislang ist das Cern der einzige Ort weltweit, an dem Antiprotonen gespeichert werden können. „Wenn es gelingt, Antimaterie-Teilchen zu transportieren und unabhängig vom Ort, wo sie produziert werden, zu untersuchen, ermöglicht das ganz neue Forschung“, sagt Ulrich Husemann, Direktor für Teilchenphysik am Forschungszentrum Desy in Hamburg, der an dem Transportexperiment selbst nicht beteiligt ist. Ziel sei es, die Grundlagen des Universums und damit auch unserer Existenz besser zu verstehen.
Antimaterie hat in der Popkultur einen Ruf als potenzielle Superwaffe erlangt, nicht zuletzt durch Dan Browns Bestseller „Illuminati“ und entsprechende Hollywood-Verfilmungen, in denen Material aus dem Cern zur Bedrohung wird. Die nun in Genf laufenden Arbeiten zielen jedoch nicht auf spektakuläre Anwendungen, sondern auf die nüchterne Ausweitung präziser Messungen: Durch den sicheren Transport der winzigen Antiprotonen-Mengen könnte der Zugang zu dieser seltenen Ressource breiter werden – und damit die experimentellen Möglichkeiten von Universitäten und Forschungszentren, die bislang nicht direkt an den Anlagen des Cern arbeiten können.
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Die MCH Group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Profitabilität deutlich gesteigert und zugleich einen klar positiven Cashflow erzielt – obwohl der Messe- und Eventkonzern aus Basel in einem von Wechselkursschwankungen und Marktunsicherheiten geprägten Umfeld operierte. Der Betriebsertrag sank leicht um 1,4 Prozent auf 429,6 Millionen Franken, doch das operative Ergebnis legte markant zu: Das EBITDA kletterte gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Prozent auf 51,2 Millionen Franken. Der EBIT verdoppelte sich nahezu auf 27,3 Millionen Franken.
Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 18,6 Millionen Franken nach 3,0 Millionen Franken im Jahr 2024. Eine Dividende ist wie bereits im Vorjahr nicht vorgesehen. Die Gruppe führt den deutlichen Ergebnisanstieg vor allem auf einen stärkeren Fokus auf margenstärkere Aktivitäten und ein verbessertes Betriebsmodell zurück. Zu konstanten Wechselkursen wuchs der Umsatz um 2 Prozent, während negative Währungseffekte von rund 13 Millionen Franken sowie Effekte im Eventzyklus die ausgewiesenen Erlöse belasteten.
Die Cash-Generierung drehte mit einem Netto-Cashflow von 30,4 Millionen Franken klar ins Positive, nachdem im Vorjahr noch ein Abfluss verzeichnet worden war. Einen wichtigen Beitrag lieferte der Verkauf der Liegenschaft im zürcherischen Effretikon, der einen Mittelzufluss von 14 Millionen Franken brachte. Das operative Kerngeschäft steuerte trotz gezielter Investitionen in neue Plattformen wie den health.tech | global summit und das Futurific Institute einen Netto-Cashflow von 16 Millionen Franken bei.
Operativ blieb Art Basel der zentrale Wachstumstreiber der MCH Group. Die vier Art-Basel-Messen in Basel, Hongkong, Paris und Miami Beach zogen jeweils zwischen rund 73'000 und 91'000 Besucherinnen und Besucher an und wurden durch neue Initiativen sowie internationale Expansion weiter gestärkt. Im Bereich Exhibitions & Events realisierte die Gruppe zahlreiche Eigen- und Gastveranstaltungen mit insgesamt über 680'000 Teilnehmenden. Als Gastgeberin der offiziellen Side-Events im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest begrüsste MCH über 340'000 Gäste. Einen konkreten quantitativen Ausblick für 2026 gibt das Unternehmen nicht, kündigt aber an, die Wachstumsstrategie fortzusetzen, die internationale Positionierung zu stärken und das Portfolio globaler Plattformen weiter auszubauen.