ESSEN, Germany and VANCOUVER, BC, 28. August 2026 /PRNewswire/ -- Evonik investiert in eine neue GMP-Produktionsanlage (eng. good manufacturing practice) für lipidbasierte Wirkstoffabgabe im kanadischen Vancouver. Die Anlage wird die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten von Evonik erweitern und Pharma- sowie Biotech-Kunden dabei unterstützen, lipidbasierte Arzneimittel wie Impfstoffe, Therapeutika und andere innovative Medikamente bis zur kommerziellen Produktion zu entwickeln. Evonik investiert insgesamt über 150 Millionen kanadische Dollar (93 Millionen Euro) in Vancouver. Der Strategische Unterstützungsfonds („Strategic Response Fund") der kanadischen Regierung fördert das Projekt mit bis zu 68 Millionen kanadischen Dollar (42 Millionen Euro). Die Produktion der Arzneimittel soll Ende 2029 beginnen.
„Lipidbasierte Technologien zur Wirkstoffabgabe ermöglichen heute die nächste Generation von Medikamenten. Dank der Unterstützung der kanadischen Regierung können wir mit dieser Investition auf unserer langjährigen Expertise in diesem Bereich aufbauen und noch mehr bahnbrechende Therapien entwickeln und auf den Markt bringen", sagt Lauren Kjeldsen, Mitglied des Vorstands von Evonik und Chief Operating Officer des Segments Custom Solutions.
Verdreifachung der Produktionskapazitäten
Mit dem Bau einer modernen GMP-Anlage verdreifacht Evonik die derzeitigen Produktionskapazitäten für fortschrittliche pharmazeutische Produkte. Die neue Anlage verbessert sowohl die Qualitätssicherung als auch die mikrobiologischen Testmöglichkeiten deutlich. Dadurch steigt die Effizienz und Produkte können schneller für klinische Zwecke freigegeben werden.
„Die Region Vancouver ist ein dynamisches Zentrum für Innovationen in den Life Sciences, und Evonik Health Care ist stolz darauf, innerhalb dieses Ökosystems zu wachsen und es aktiv mitzugestalten. Diese Investition stärkt sowohl unsere regionale Präsenz als auch unser globales Netzwerk für lipidbasierte Wirkstoffabgabe", erklärt Guido Skudlarek, Leiter der Business Line Health Care bei Evonik.
British Columbia beheimatet den am schnellsten wachsenden Life-Sciences-Sektor Kanadas, in dem über 2.000 Unternehmen fast 20.000 Menschen beschäftigen – die meisten davon in der Region Greater Vancouver. Die Stärke der Biotech-Branche in der Region basiert zudem auf der University of British Columbia, die seit Jahrzehnten als treibende Kraft viele Start-ups und Spin-offs hervorgebracht hat.
„Kanada an die Spitze der nächsten Generation von Medikamenten bringen"
„Evoniks Expansion in Vancouver unterstreicht die Führungsrolle Kanadas in Innovationen und Life Sciences. Diese Investition wird Fortschritte in der lipidbasierten Wirkstoffabgabe vorantreiben, hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und das wachsende Biotech-Ökosystem in British Columbia stärken. Die kanadische Regierung ist stolz darauf, die Ziele von Evonik zu unterstützen, die Kanada an die Spitze der nächsten Generation von Impfstoffen und Medikamenten bringen werden", sagt Mélanie Joly, Ministerin für Industrie und zuständig für die Wirtschaftsentwicklung in Quebec.
Evonik Vancouver Laboratories, ehemals Transferra Nanosciences und Northern Lipids, ist seit den 1990er Jahren ein Pionier in der lipidbasierten Wirkstoffabgabe und bietet heute CDMO-Dienstleistungen für fortschrittliche LNP- und liposomale Abgabesysteme – von der Formulierungsforschung bis zur GMP-Produktion für klinische Studien und der kommerziellen Prozessskalierung. Mit der Investition in eines der dynamischsten Life-Science-Cluster Nordamerikas positioniert sich Evonik als Partner für Pharma- und Biotech-Innovatoren, um den Zugang für Patienten zu diesen Technologien zu fördern.
LNP-Markt wächst voraussichtlich auf 2,7 Milliarden Dollar bis 2034
Evonik Vancouver Laboratories prägt seit den 1990er Jahren die Entwicklung der lipidbasierten Wirkstoffabgabe als wegweisender Pionier. Lipide spielen eine entscheidende Rolle bei der Verkapselung und gezielten Freisetzung nukleinsäurebasierter Wirkstoffe, einschließlich mRNA, sowie anderer aktiver Substanzen. Lipid-Nanopartikel (LNPs) haben sich als führende Technologie für die Wirkstoffabgabe etabliert, wie ihre zentrale Bedeutung bei COVID-19-Impfstoffen eindrucksvoll zeigt. Die Nachfrage steigt weiter, da nukleinsäurebasierte Therapeutika zunehmend im Markt für parenterale Arzneimittel Fuß fassen. Allein der LNP-Markt wird bis 2034 auf 2,7 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Lipid- und LNP-Netzwerk von Vancouver über Birmingham, Dossenheim, Hanau, Boston bis Lafayette
Evonik unterstützt pharmazeutische und biopharmazeutische Unternehmen weltweit mit einem Netzwerk für die Entwicklung und Herstellung von Lipid- und LNP-Formulierungen, das alle Bereiche der Wertschöpfungskette umfasst. Evonik Vancouver Laboratories entwickelt LNP-Formulierungen und unterstützt die klinische Herstellung, wobei Prozesse für fortgeschrittene klinische Studien und kommerzielle Produktion an den Standort Birmingham, Alabama, USA, übertragen werden. Das Netzwerk wird durch die Produktion von Lipiden und Adjuvantien an den Standorten Dossenheim und Hanau in Deutschland sowie durch die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des Cambridge Innovation Satellite in Greater Boston, USA, erweitert. Außerdem baut Evonik derzeit eine neue globale Lipid-Produktionsanlage am Evonik-Standort Tippecanoe in Lafayette, Indiana, USA. Diese Standorte vereinen Fachkompetenz in der Lipidchemie, LNP-Formulierung, Anlagen- und Prozessentwicklung, sterilen Herstellung mit regulatorischem Know-how, um Kunden von der frühen Entwicklungsphase bis zur GMP-Produktion und kommerziellen Belieferung erfolgreich voranzubringen.
Weitere Informationen
Pressemeldung und Fotos: Evonik baut Kapazitäten für lipidbasierte Wirkstoffe aus
Mehr über Lipid-Nanopartikel von Evonik
Mehr über nukleinsäurebasierte Wirkstoffabgabe von Evonik
Evonik: Leading beyond chemistry
Evonik geht mit der Verbindung aus Innovationsstärke und führender Technologiekompetenz über die Grenzen der Chemie hinaus. Das in mehr als 100 Ländern aktive Chemieunternehmen mit Sitz in Essen erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden € sowie ein Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von 1,9 Milliarden €. Der gemeinsame Antrieb der rund 31.000 Mitarbeiter: mit maßgeschneiderten Produkten und Lösungen als Superkraft für die Industrie den Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen - und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. In allen Märkten. Jeden Tag.
Rechtlicher Hinweis
Soweit wir in dieser Pressemitteilung Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Prognosen oder Erwartungen der Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheit verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen können je nach Veränderung der Rahmenbedingungen abweichen. Weder Evonik Industries AG noch mit ihr verbundene Unternehmen übernehmen eine Verpflichtung, in dieser Mitteilung enthaltene Prognosen, Erwartungen oder Aussagen zu aktualisieren.
View original content to download multimedia:https://www.prnewswire.com/news-releases/evonik-baut-produktionskapazitaten-fur-lipidbasierte-wirkstoffe-in-vancouver-aus-302862188.html
Der Bundesrat verschärft im Streit um das Frühfranzösisch den Ton und greift zu einem bundesrechtlichen Instrument. Alle Primarschülerinnen und Primarschüler in der Schweiz sollen künftig zwingend eine zweite Landessprache lernen. Um dieses Ziel durchzusetzen, hat die Landesregierung eine Revision des Sprachengesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Sie reagiert damit auf Vorstösse in mehreren deutschsprachigen Kantonen, Französisch aus den Stundenplänen der Primarschule zu streichen.
Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle die Landessprachen im obligatorischen Unterricht spielen sollen. Für den Bundesrat ist dies eine «Frage von nationaler Bedeutung». Die Bundesverfassung verpflichte Bund und Kantone gemeinsam, die Landessprachen zu erhalten, die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften zu stärken und nationale Minderheiten zu schützen, hält die Regierung fest. Der Bund sehe sich damit in der Verantwortung, den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen und den Respekt vor der sprachlichen Vielfalt zu sichern, während die Kantone ihr Schulwesen so zu harmonisieren hätten, dass Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz gewahrt bleiben.
Der Konflikt entzündet sich an der 2004 beschlossenen Sprachenstrategie der Kantone, die 2009 im HarmoS-Konkordat verankert wurde. Diese sieht vor, dass Kinder in der Primarschule zwei Fremdsprachen erlernen – darunter eine zweite Landessprache. In einzelnen Kantonen gibt es inzwischen Bestrebungen, den Unterricht einer Landessprache als Fremdsprache auf der Primarstufe zu streichen. Das widerspreche der gemeinsamen Strategie, schreibt der Bundesrat und zeigt sich über diese Entwicklung «beunruhigt».
Um gegenzusteuern, legt die Regierung zwei Varianten für eine Gesetzesänderung vor. Die erste folgt dem HarmoS-Modell: In der Primarschule sollen obligatorisch zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, eine Landessprache und Englisch. Damit würde die heutige Praxis in den 15 HarmoS-Kantonen bundesrechtlich abgesichert und für alle gelten, sollte es nötig werden. Die zweite Variante lässt den Kantonen mehr Spielraum: Sie verpflichtet lediglich dazu, dass eine zweite Landessprache spätestens ab der Primarschule und durchgehend bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit unterrichtet wird, ohne Englisch explizit als zweite Fremdsprache vorzuschreiben.
Mit der Revision will der Bundesrat den Rahmen abstecken für den Fall, dass die Kantone ihre Sprachenstrategie ganz oder teilweise aufgeben. Konkrete Entscheide sind noch offen: Zunächst läuft bis zum 5. Oktober 2026 eine Vernehmlassung, in der Kantone, Parteien und weitere Akteure Stellung beziehen können. Erst danach wird sich zeigen, ob sich das strengere HarmoS-Modell oder die flexibelere Lösung durchsetzt – und wie viel Gewicht der Bund seiner sprachpolitischen Rolle im Schulbereich tatsächlich geben will.