Genf behauptet den Spitzenplatz in der weltweiten Baukostenrangliste 2026 von Arcadis, während Auftraggeber mehr Kontrolle über die Planungssicherheit bei der Umsetzung anstreben

13.07.2026

Eine neue weltweite Rangliste zeigt, dass die verlässliche Einhaltung von Kosten und Zeitplänen sowie die sichere Umsetzung in komplexen Baumärkten zunehmend zum Wettbewerbsvorteil werden.

AMSTERDAM, 13. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Arcadis (EURONEXT: ARCAD), das weltweit führende Unternehmen für datengestützte, nachhaltige Lösungen in den Bereichen Planung, Ingenieurwesen und Beratung für natürliche und gebaute Vermögenswerte, gab heute bekannt, dass Genf laut dem International Construction Cost Index 2026 von Arcadis weiterhin die weltweit teuerste Stadt für Bauvorhaben ist und damit vor London und Zürich liegt.

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Der jährliche Index, der die Baukosten in 100 Großstädten vergleicht, zeigt, dass sich die weltweit teuersten Baumärkte weiterhin auf etablierte, komplexe Städte mit hoher Nachfrage und begrenzten Kapazitäten für die Umsetzung von Bauprojekten konzentrieren. Genf liegt weltweit an erster Stelle, gefolgt von London, Zürich, München und Kopenhagen. New York City, San Francisco, Dublin, Bristol und Philadelphia komplettieren die weltweiten Top Ten.

Während die Spitze der Rangliste weitgehend unverändert bleibt, hat sich das allgemeine Marktumfeld verändert. Die weltweiten Baumärkte gehen von inflationsbedingter Unsicherheit in eine selektivere Investitionsphase über, in der Kapital gezielter eingesetzt wird, statt dass die Nachfrage lediglich allgemein nachlässt. Für Bauherren fließt Kapital zunehmend in komplexe, leistungsstarke Objekte, die langfristiges Wachstum unterstützen – darunter moderne Arbeitswelten, Gesundheitseinrichtungen, Labore, Rechenzentren, Anlagen für die hochentwickelte Fertigung und andere technisch hoch ausgestattete Gebäude, die für die digitale Transformation sowie die Energiewende von zentraler Bedeutung sind. Höhere Finanzierungskosten, Schwankungen auf den Energiemärkten, Unsicherheiten bei Zöllen und Engpässe in der Lieferkette setzen die Wirtschaftlichkeit von Projekten jedoch zunehmend unter Druck und machen frühzeitige Kostenanalysen, Szenarioplanung, Beschaffungsstrategien sowie eine disziplinierte Programmabwicklung umso wichtiger.

In Märkten mit höheren Kosten kann eine frühzeitige Kostenplanung dazu beitragen, den Wert zu schützen und sich knappe Kapazitäten in der Lieferkette zu sichern. In Märkten mit niedrigeren Kosten müssen Bauherren weiterhin die Marktreife, die Verfügbarkeit der Infrastruktur und die Widerstandsfähigkeit der Projektumsetzung prüfen, bevor sie Kapital investieren.

Edel Christie, globale Leiterin des Geschäftsbereichs Places bei Arcadis, sagte: „Baukosten sind nicht mehr nur ein Maßstab für den Preis, und der International Construction Cost Index von Arcadis ist nicht mehr nur ein Anhaltspunkt dafür, wo das Bauen am teuersten oder am günstigsten ist. Er zeigt, wo Kosten, Kapazitäten, Umsetzungsrisiken und Investitionssicherheit zusammentreffen. Er zeigt, wo Kosten, Kapazitäten, Umsetzungsrisiken und Investitionssicherheit zusammentreffen. Das ist wichtig, denn Kosten sind nicht mit der Realisierbarkeit gleichzusetzen: Projekte sollten auf die tatsächlichen Bedingungen und örtlichen Gegebenheiten, die ihre Umsetzung bestimmen, zugeschnitten, entsprechend vergeben und geplant werden."

„Der Baubedarf besteht weiterhin. Städte benötigen weiterhin Wohnraum, Infrastruktur, widerstandsfähige Energiesysteme, moderne Arbeitswelten und digitale Infrastruktur, um die nächste Phase des Wirtschaftswachstums zu unterstützen. Die Chance liegt auf der Hand, doch Investitionen werden in Standorte und Programme fließen, deren Umsetzung verlässlich, wirtschaftlich tragfähig und realisierbar ist – und die nicht nur kostengünstig zu realisieren sind."

Dies zeigt sich besonders deutlich bei technisch hoch ausgestatteten Objekten wie Rechenzentren, bei denen die Verfügbarkeit von Strom, die erfolgreiche Beschaffung von Anlagen und Ausrüstung mit langen Vorlaufzeiten, die Kapazitäten der Lieferkette sowie die Geschwindigkeit bis zur Inbetriebnahme für Investitionsentscheidungen inzwischen wichtiger sind als die lokalen Baukosten.

Der Index verdeutlicht zudem die Bandbreite der Kostenunterschiede auf den weltweiten Baumärkten. Während sich die Standorte mit hohen Kosten vor allem auf Europa, das Vereinigte Königreich und Nordamerika konzentrieren, befinden sich einige der kostengünstigsten Standorte in Asien, Afrika sowie Lateinamerika. Bengaluru ist laut dem Index die günstigste Stadt, gefolgt von Buenos Aires, Delhi, Mumbai und Ho-Chi-Minh-Stadt.

Entscheidend ist, dass niedrigere ausgewiesene Kosten nicht automatisch eine einfachere oder verlässlichere Projektumsetzung bedeuten. Marktbereitschaft, Netzkapazität, Genehmigungsverfahren, die Leistungsfähigkeit der Lieferkette, die Verfügbarkeit von Fachkräften und der Zugang zu spezialisierten Fachunternehmen entscheiden zunehmend darüber, ob Projekte von der Planung in die Bauausführung übergehen können.

Todd Burns, globaler Leiter des Bereichs Programmmanagement bei Arcadis, sagte: „Auf dem heutigen Markt stehen nicht mehr allein die anfänglichen Kosten im Fokus. Die entscheidenden Fragen sind nun, wie schnell ein Projekt Einnahmen erzielen kann, wie effizient sich Kapital einsetzen lässt und wie verlässlich das Projekt unter sich verändernden Marktbedingungen umgesetzt werden kann.

Dazu müssen Entscheidungen zu Kosten, Zeitplan, Beschaffung und Risiken wesentlich früher zusammengeführt werden, damit Bauherren Zielkonflikte abwägen können, bevor Änderungen zu kostspielig werden. Bei konsequenter Umsetzung trägt dies dazu bei, die Wirtschaftlichkeit zu sichern, die passenden Marktkapazitäten zu reservieren und schneller vom Business Case zur Erzielung von Einnahmen zu gelangen."

Die zehn Städte mit den höchsten Baukosten 2026

  1. Genf
  2. London
  3. Zürich
  4. München
  5. Kopenhagen
  6. New York City
  7. San Francisco
  8. Dublin
  9. Bristol
  10. Philadelphia

Der vollständige Bericht „Arcadis International Construction Cost Index 2026" kann hier gelesen und heruntergeladen werden.

INFORMATIONEN ZUM ARCADIS ICC 

Der Arcadis International Construction Cost Index vergleicht die relativen Baukosten in 100 Städten weltweit. Der Index basiert auf einer Erhebung der Baukosten, einer Analyse der Marktbedingungen sowie der fachlichen Einschätzung des weltweiten Expertenteams von Arcadis. Die Kosten werden anhand von Amsterdam indexiert, wobei Amsterdam auf 100 gesetzt wird.

Der Index dient dazu, die relativen Kosten für die Realisierung derselben Gebäudefunktionen in verschiedenen Städten zu vergleichen. Nicht enthalten sind Grundstücks- und Abrisskosten, Außenanlagen und Erschließungsleistungen, Risikovorsorge, Honorare sowie lokale Umsatzsteuern. Die Kaufkraftparität wird dabei nicht berücksichtigt.

INFORMATIONEN ZU ARCADIS

Arcadis ist das weltweit führende Unternehmen für datengestützte, nachhaltige Lösungen in den Bereichen Planung, Ingenieurwesen und Beratung für natürliche und gebaute Vermögenswerte. Wir sind rund 34 000 Architekten, Datenanalysten, Planer, Ingenieure, Projektplaner sowie Fachleute für Wasserwirtschaft und Nachhaltigkeit, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet: die Lebensqualität zu verbessern. Im Rahmen unseres Einsatzes für eine Zukunft mit positiver Wirkung auf den Planeten arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden daran, nachhaltige Projektentscheidungen zu treffen, digitale Innovationen mit menschlichem Erfindergeist zu verbinden sowie zukunftsorientierte Kompetenzen in den Bereichen Umwelt, Energie und Wasser, Gebäude, Verkehr sowie Infrastruktur einzusetzen. Wir sind in über 30 Ländern tätig und haben für das Jahr 2025 einen Bruttoumsatz von 4,9 Milliarden Euro ausgewiesen. www.arcadis.com

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Knappes Votum, weitreichende Folgen: Schweiz dreht Schraube beim Zivildienst an

15.06.2026

Die Schweizer Stimmberechtigten haben einer Verschärfung des Zivildienstgesetzes zugestimmt. Laut definitiven Ergebnissen votierten 52,5 Prozent für die Reform, rund 47,5 Prozent dagegen. Damit setzte sich der Kurs von Bundesrat und Parlament durch, den Zivildienst wieder klar als Ausnahme und nicht als gleichwertige Alternative zum obligatorischen Militärdienst zu definieren. Die Stimmbeteiligung lag mit rund 58 Prozent vergleichsweise hoch; 1'690'343 Personen legten ein Ja in die Urne, 1'531'878 stimmten Nein.

Das Ergebnis offenbart deutliche regionale Bruchlinien. Während viele deutschsprachige Kantone die Reform klar unterstützten – etwa Aargau mit 56,2 Prozent, St. Gallen mit 58,9 Prozent, Graubünden mit 59,3 Prozent und Luzern mit 56,9 Prozent Ja – fiel das Verdikt in der Romandie gespalten aus. Genf, Waadt, Neuenburg und Jura lehnten die Vorlage ab, mit Nein-Anteilen von bis zu gut 60 Prozent im Jura. Basel-Stadt stellte sich ebenfalls gegen die Verschärfung, und der Kanton Zürich kippte nach Auszählung der städtischen Stimmen knapp ins Nein-Lager. Demgegenüber sagten Wallis (57,1 Prozent), Freiburg (50,2 Prozent) und das Tessin (53,9 Prozent) Ja zur Reform.

Kern der Vorlage ist ein Paket von sechs Massnahmen, die den Wechsel aus der Armee in den Zivildienst deutlich unattraktiver machen sollen. Künftig müssen alle, die in den Zivildienst wechseln, mindestens 150 Diensttage leisten – unabhängig davon, wie viele Tage im Militär noch offen wären. Für Unteroffiziere und Offiziere gilt damit neu derselbe Umrechnungsfaktor von 1,5 Zivildiensttagen pro verbleibendem Militärdiensttag wie für einfache Soldaten. Wer alle Armee-Ausbildungstage bereits absolviert hat, kann künftig nicht mehr in den Zivildienst wechseln, um der Schiesspflicht zu entgehen.

Zusätzlich werden der zeitliche Rahmen und die Einsatzmöglichkeiten enger gezogen. Zivildienstleistende müssen ab dem Jahr nach ihrem ersten Einsatz jährlich Dienst leisten, bis alle vorgeschriebenen Tage erfüllt sind. Wer vor oder während der Rekrutenschule ein Gesuch stellt, muss den langen Anfangseinsatz von 180 Tagen bereits im Jahr nach der Zulassung absolvieren. Einsätze, die ein begonnenes Medizinstudium voraussetzen, werden gestrichen – offiziell, weil der Armee medizinisches Personal fehlt. Bürgerliche Parteien werteten das Ja als Bestätigung, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleiben solle; die links-grüne Nein-Allianz verweist angesichts des knappen Resultats auf die breite gesellschaftliche Unterstützung für den Zivildienst und kündigt an, weitere Verschärfungen bekämpfen zu wollen.