Der im Exil lebende iranische Oppositionelle Reza Pahlavi hat am Samstag in der Frankfurter Paulskirche den Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung entgegengenommen. Der 65-jährige Sohn des letzten Schahs nahm die Auszeichnung treuhänderisch für das iranische Volk an. In seiner Dankesrede betonte Pahlavi, dass er den Preis eines Tages in Teheran an die rechtmäßigen Eigentümer, das iranische Volk, zurückgeben werde. Er bezeichnete die aktuelle Führung der Islamischen Republik als "illegitimen Besatzer", der seit 47 Jahren versuche, das Volk zum Vergessen zu zwingen.
Die Verleihung wurde von massiven Demonstrationen begleitet, bei denen Tausende Menschen in Frankfurt für Menschenrechte und einen freien Iran protestierten. Steffen Saebisch, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, rechtfertigte die Wahl Pahlavis damit, dass dessen Name bei den Protesten im Iran gerufen werde. Saebisch hob hervor, dass Pahlavi für freie Wahlen, Frieden im Nahen Osten sowie eine Aussöhnung des Irans mit seinen Nachbarn und Israel eintrete, um das "sinnlose Blutvergießen" zu beenden.
In seiner Rede erinnerte Pahlavi eindringlich an Opfer blutiger Niederschlagungen, insbesondere an die Ereignisse vom 8. und 9. Januar, bei denen Tausende getötet wurden. Saebisch nannte in diesem Zusammenhang Aida Aghili, eine 34-Jährige, die im Januar durch einen Kopfschuss iranischer Sicherheitskräfte in Teheran starb und zum Symbol des Widerstands wurde. Pahlavi betonte, dass der Kampf für Freiheit und Demokratie bereits seit der ersten Verfassung von 1906 bestehe und sich in der Bereitschaft der Menschen zeige, sich unbewaffnet Maschinengewehren entgegenzustellen.
Frankfurter Bürgermeister Nils Kößler (CDU) erklärte in seinem Grußwort, dass Frankfurt an der Seite der mutigen Menschen im Iran stehe. Er widmete die Auszeichnung jenen, die bei Protesten auf brutalste Weise getötet wurden, und betonte die historische Bedeutung der Paulskirche als Wiege der Demokratie. Trotz lautstarker Kritik an der Vergabe des Preises an Pahlavi räumte Saebisch ein, dass die Unterstützung für diese Entscheidung überwog.



