Thüringer Sternensensor wird zum Kompass der neuen Mondmission

05.04.2026


Mit dem Start der NASA-Mission Artemis II von Cape Canaveral ist Thüringen an einem der sichtbarsten Raumfahrtprojekte der Gegenwart beteiligt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Sternensensor der Jena-Optronik GmbH, der die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs übernimmt. Er gilt als eine Art „Kompass der Mission“ und soll die Raumkapsel auf ihrem Weg in die Mondumlaufbahn präzise auf Kurs halten.

Artemis II ist die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972 und auf rund zehn Tage angelegt. Ziel ist es, Navigation, Kommunikation und Lebenserhaltungssysteme unter realen Einsatzbedingungen zu testen, bevor weitere Schritte des Mondprogramms folgen. Für die Steuerung des Raumschiffs sind die optischen Navigationssysteme entscheidend: Die Sternensensoren kombinieren Optik mit Bildverarbeitung und nutzen die Position von Sternen zur Orientierung im All.

Nach Unternehmensangaben kommt es bei der Mondmission besonders auf Genauigkeit an, da bereits kleinste Fehler aufgrund der großen Distanz zwischen Erde und Mond zu erheblichen Kursabweichungen führen können. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an die Software, vor allem bei einer bemannten Mission. Im Projektteam der Jena-Optronik werde daher besonderes Augenmerk auf diese Aspekte gelegt, heißt es aus dem Unternehmen, das seit Jahrzehnten Systeme zur Lageregelung von Satelliten und Raumfahrzeugen entwickelt.

Die Beteiligung an Artemis II knüpft an eine lange Raumfahrttradition in Jena an, die bis in die DDR-Zeit zurückreicht. Sternen-, Rendezvous- und Dockingsensoren aus Thüringen waren bereits bei zahlreichen Weltraummissionen im Einsatz. Die Staatskanzlei in Erfurt spricht mit Blick auf die aktuelle Mission von einem neuen Kapitel der bemannten Raumfahrt, in dem Thüringen „mittendrin“ sei. Ministerpräsident Mario Voigt verfolgte den Start der Raumkapsel mit vier Astronauten den Angaben zufolge live bei der Jena-Optronik und bezeichnete den Einsatz der Technik aus dem „Grünen Herzen Deutschlands“ als starkes Signal für die Innovationskraft des Standorts.

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DiscoverEU: Kostenlos mit dem Zug durch Europa für den Jahrgang 2007/2008

09.04.2026


Die Europäische Kommission startet eine neue Runde ihres Reiseprogramms DiscoverEU und stellt erneut mehr als 40.000 kostenlose Interrail-Pässe für 18-Jährige zur Verfügung. Bewerben können sich junge Menschen, die zwischen dem 1. Juli 2007 und dem 30. Juni 2008 geboren wurden und in einem EU-Mitgliedstaat oder in Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien oder der Türkei leben. Die Tickets ermöglichen Bahnreisen quer durch Europa, ergänzt um Ausnahmen für andere Verkehrsmittel etwa für Bewohner abgelegener Regionen oder Inseln. Für Italien stehen dabei 4.994 Plätze zur Verfügung, für Deutschland knapp 7.000.

Die Bewerbungsphase läuft vom 8. April bis zum 22. April, jeweils bis 12.00 Uhr mittags. Interessierte registrieren sich online über das Europäische Jugendportal und geben unter anderem die Nummer ihres Ausweisdokuments oder Aufenthaltstitels an sowie eine Ehrenerklärung ab. Im Anschluss folgt ein Quiz mit fünf Multiple-Choice-Fragen zu Europa und der EU sowie einer Schätzfrage. Gruppen mit bis zu fünf Personen können sich gemeinsam bewerben; in diesem Fall beantwortet nur die Gruppenvertretung das Quiz.

Wer ausgewählt wird, erhält einen Travel Pass, mit dem sich die Gewinnerinnen und Gewinner zwischen dem 1. Juli 2026 und dem 30. September 2027 auf den Weg machen können. In diesem Zeitraum dürfen sie bis zu 30 Tage unterwegs sein und an maximal sieben Kalendertagen mit dem Zug reisen. Zusätzlich vergibt die EU eine DiscoverEU-Rabattkarte, die Ermäßigungen auf Unterkünfte, kulturelle Angebote, Sportaktivitäten, den lokalen Nahverkehr und weitere Dienstleistungen in zahlreichen europäischen Ländern bietet. Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen können für sich und eine Begleitperson besondere Unterstützung beantragen.

DiscoverEU ist Teil des Programms Erasmus+ und soll jungen Erwachsenen ermöglichen, Europas kulturelle Vielfalt und historisches Erbe kennenzulernen sowie Gleichaltrige aus anderen Ländern zu treffen. Das Vorhaben geht auf eine Initiative der deutschen Aktivisten Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer zurück, die 2018 vorschlugen, allen 18-jährigen EU-Bürgern ein Interrail-Ticket zu finanzieren. Seit dem Start des Programms im Jahr 2018 wurden nach Angaben der Europäischen Kommission bislang 431.931 Tickets vergeben. Jährlich finden zwei Bewerbungsrunden statt; die aktuelle Ausschreibung richtet sich ausschließlich an den Jahrgang, der 2025 seinen 18. Geburtstag feiert.