Die Europäische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen möglichen Betrugs mit EU-Fördergeldern eingeleitet. Anlass ist ein schweres Zugunglück auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla, bei dem 69 Menschen ums Leben kamen. Spanische Ermittler sichten nun im Auftrag der EU-Behörde Unterlagen beim staatlichen Schienennetzbetreiber Adif, der Eisenbahnsicherheitsagentur sowie dem Rechnungshof.
Im Zentrum der Untersuchungen stehen EU-Mittel, die spezifisch für die Modernisierung der Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme vorgesehen waren. Da es sich um die meistbefahrene Hochgeschwindigkeitsstrecke Spaniens handelt, prüfen die Ermittler genau, ob es bei der Verwendung dieser Gelder Unregelmäßigkeiten gab. Ziel ist es festzustellen, ob notwendige Sicherheitsinvestitionen ordnungsgemäß getätigt wurden.
Das Unglück ereignete sich Ende Oktober bei Urda südlich von Madrid, als zwei Züge kollidierten. Nach bisherigen Erkenntnissen war das automatische Zugsicherungssystem zum Zeitpunkt des Unfalls ausgefallen. Zudem wird untersucht, ob fehlerhafte Anweisungen aus der Leitstelle zu der Katastrophe beigetragen haben könnten.
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art auf derselben Strecke. Bereits im Januar starben nahe Adamuz in Andalusien 46 Menschen bei einer Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge, wobei ein Schienenbruch als wahrscheinliche Ursache gilt. Auch damals leitete die EU-Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Subventionsbetrugs ein, wobei es in diesem Fall um Fördermittel für die Erneuerung der Gleise ging.


