US-Präsident Donald Trump hat sein Arbeitszimmer, das Oval Office, offiziell zum Nationaldenkmal erklärt. Der Präsident hatte den Raum in seiner zweiten Amtszeit umfassend umgestaltet und insbesondere zahlreiche Goldornamente an den Wänden angebracht. Ziel dieser Anordnung ist es, künftigen Amtsinhabern den radikalen Umbau oder eine deutliche Umgestaltung des Zimmers ohne die Zustimmung des Parlaments „theoretisch unmöglich“ zu machen.

Die rechtliche Tragweite dieses Schrittes wird jedoch von Experten und Medien infrage gestellt. Die „Washington Post“ und „USA Today“ berichten, dass die Rechtswirksamkeit der Anordnung unklar sei und künftige Präsidenten dadurch nicht zwingend an einer Neudekoration gehindert würden. Zudem enthält das Dokument eine Klausel, die besagt, dass die Befugnis des Präsidenten zur Neugestaltung des Denkmals nicht eingeschränkt wird, sofern die historische Struktur und der architektonische Charakter nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Der Denkmal-Status soll auch den angrenzenden Kabinetts-Sitzungssaal betreffen, in dem unter anderem die Kronleuchter erneuert wurden. Diese architektonischen Maßnahmen erfolgten vor dem Hintergrund öffentlicher Kritik; so verglich Ex-Präsident Barack Obama die goldverzierten Räumlichkeiten mit einer „Cheesecake Factory“, die von Saddam Hussein eröffnet wurde. Die Renovierungen waren bereits zuvor immer wieder Gegenstand von Spott.

Parallel dazu verfolgt Trump weitere bauliche Vorhaben, während seine Republikaner eine schwere Niederlage bei den US-Parlamentswahlen hinnehmen mussten. Er plant einen Ballsaal, wofür bereits der Ostflügel des Weißen Hauses abgerissen wurde, trotz Widerständen von Denkmalschützern. Zudem stoppte eine Richterin vorerst die Arbeiten an einem geplanten 76 Meter hohen Triumphbogen, da dessen Höhe die Einflugschneise des Reagan-Flughafens gefährden könnte und die Rechtmäßigkeit geprüft werden muss.