Der neue Präsident von Economiesuisse, Silvan Wildhaber, warnt vor einer zunehmenden Schwierigkeit für junge Menschen mit Hochschulabschluss, einen passenden Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. In einem Gespräch in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF betonte er, dass es schmerzhaft sei, wenn sehr gut ausgebildete junge Talente keinen Job finden. Er fordert die Wirtschaft daher explizit dazu auf, diesen Absolventinnen und Absolventen konkrete Angebote zu machen.

Als Lösung schlägt Wildhaber die Einführung von gemeinsamen Branchen-Akademien vor. Diese Modelle sollen ähnlich wie eine klassische Berufslehre funktionieren und den Absolventen ermöglichen, notwendige Praxiserfahrung zu sammeln. Ziel ist es, die Lücke zwischen der akademischen Theorie und den Anforderungen der realen Arbeitswelt systematisch zu schließen.

Besonders im Hinblick auf den technologischen Wandel sieht Wildhaber in diesen Akademien einen Mehrwert. Er regte an, insbesondere in jenen Bereichen Praxiserfahrung zu fördern, in denen künstliche Intelligenz den Menschen nicht ersetzen kann. Damit soll die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen langfristig gesichert und an die neuen Marktgegebenheiten angepasst werden.

Gleichzeitig zeigt der Economiesuisse-Präsident jedoch Verständnis für die aktuelle Situation der Unternehmen. Er räumt ein, dass Firmen bei ihren Einstellungsentscheidungen nach wirtschaftlichen Kriterien handeln müssen. Diese ökonomische Zurückhaltung der Unternehmen bildet den Hintergrund für seine Forderung nach neuen, strukturierten Qualifizierungsmaßnahmen.